Endlich: der COLOGNE CATWALK ging in die dritte Runde. Nach dem großen Erfolg der ersten beiden Ausgaben im Jahr 2009 initiierte der Kölner Verlag DAAB die Neuauflage unter dem Motto „Around the World“. In einer alten Fabrikhalle, dem DOCK.ONE, das zum Kölner Szenehotel The New Yorker gehört, trifft Industriecharme auf innovatives Design.

Passend dazu die neue Publikation des DAAB Verlags: NEW ON THE CATWALK präsentiert 38 internationale Designer. „Sie alle sind jung, ihre Leidenschaft ist unerschütterlich und viele von ihnen hatten bereits die Möglichkeit mit ihren Kreationen auf den Laufstegen der Welt eindrucksvolle Spuren zu hinterlassen“, fasst der Kölner Verlag DAAB zusammen. Kurzinterviews und prägnante Portraits der Newcomer stellen ihre Inspirationen und Intentionen vor. Ihre Inspirationen reichen von der Antike bis zu Sci-fi-Visionen und zeichnen das Bild einer Zeit und Gesellschaft, in der Kreativität keine Grenzen zu kennen scheint. Die neue Publikation beeindruckt auf über 400 Seiten mit großformatigen Fotografien der aufregendsten Modenschauen der Welt.

Fünf vielversprechende Jungdesigner hat die Jury, bestehend aus dem QVEST-Chefredakteur Michael Kaune, Modedesigner Thomas Rath und Stefan Siegel, Gründer von NOT JUST A LABEL, für den COLOGNE CATWALK ausgewählt. Und die Vita der fünf Newcomer ist vielversprechend.

Der Brite Edward Finney studierte am renommierten Central Saint Martin’s College of Art and Design und arbeitete bereits bei Alexander McQueen in London und John Galiano in Paris. Die Kreationen unter seinem eigenen Label spiegeln eben die Erfahrungen wieder: seine Fusion aus Pariser Couture und modernem British Punk mit einem Hauch Savile Row brachten ihm schnell internationale Aufmerksamkeit. Sowohl die britische als auch italienische VOGUE zeigten sich begeistert.

Die Dänen Barbara í Gongini zeigt dagegen eher kühle nordische Mode. Es ist der künstlerische Diskurs in den skandinavischen Ländern mit anderen Künstlern aus den Bereichen Musik, Fotografie und Film, der die Arbeit der Designerin für ihr junges Label inspiriert. Der Stil der jungen Dänin ist – typisch für skandinavische Mode – minimalistisch, hebt sich aber durch Androgynität und einen Hauch Futurismus ab. Die reduziert-monochrome Farbpalette aus Schwarz und Weiß setzt einen klaren Fokus auf Gonginis ausgefeilte Schnitte.

Der gebürtige Italiener Stefán Orschel-Read beeindruckt vor allem durch eine außergewöhnlich vielfältige Vita. Nebem einem Bachelor in Menswear am Central Saint Martin’s College of Art and Design absolvierte er ein Jurastudium und gewann eine Goldmedaille im Dressurreiten. Seine Mode findet spürbare Inspiration in der britischen Literatur. Neben Virginia Woolfs ‚Orlando‘ und Shakespeares ‚Was Ihr Wollt‘ sind aber die multikulturelle Jugendszene Londons, James Bond und britische Militäruniformen prägnante Bezugsquellen für den gewagten Stil des Italieners.

Alice Palmer konzentriert sich auf elegante Strickwaren aus feinster Merinowolle, Seide und Viskose. Neben ihren unkonventionellen Designs steht jedoch auch die Produktion deutlich im Vordergrund. Ihre skulpturalen, oftmals avantgardistischen Designs zeigen sichtbare Spuren zeitgenössischer Kunst und Architektur. Mit Blick auf Muster, Form und Farbe zeigt Palmers außergewöhnliche Balance zwischen traditionellen und unkonventionellen Strickwaren.

Branko Popovic wurde im ehemaligen Jugoslawien geboren und emigrierte Mitte der Neunziger in die Niederlande. Die Kreationen unter seinem 2007 gegründeten Label zeichnen sich durch gewagte Experimente aus. Mit ungewöhnlichen Materialen wie Karton, Holz oder Plastik genoss der Designer aus Maastrich schnell internationale Bewunderung. Neben seinen eigenen Kreationen kreiert der auch Bühnenkostüme und Mitbegründer einer Plattform für junge Designer und Künstler aus der ganzen Welt.